Eindrücke aus dem Ruhrgebiet   Kooperation mit
zeitreisen

GEFÜHRT
Die Ruhrgebiets-Tour NEU
4 Tage – 160 km

Tourbeschreibung »
 
 
 

Von Frauke Mertens

 






     
  Ein wunderschönes Wochenende im letzten Juni. Ein strahlend blauer Himmel steht über dem Ruhrgebiet, als wir unsere Räder in der kleinen Industriestadt Wetter aus dem Zug und über den Bahnsteig schieben. Ein leichtes Lüftchen weht – perfektes Fahrradwetter. Nach wenigen Metern haben wir »unseren Fluss«, die Ruhr, erreicht, die uns die kommenden Tage wie ein roter Faden durch den ehemaligen »Wilden Westen« der Republik leiten soll.

Wir – mein Mann Thomas und ich – erkunden seit vielen Jahren für unser Radreiseunternehmen WEINRADEL Regionen in nah und fern. Nicht nur Radstrecken in reizvoller Landschaft interessieren uns. Wir suchen gezielt nach Gegenden, die mehr zu bieten haben: Geschichte und Geschichten, kulturelle Besonderheiten, gepaart mit guter Hotellerie und interessantem Essen. So bot sich das Ruhrgebiet als Reiseziel an, besonders anlässlich der Kulturhauptstadt RUHR.2010.

Unsere Räder rollen fast von alleine den glatten Asphaltweg direkt am Fluss entlang. Die letzten Häuser, ein paar Schrebergärten und schon befinden wir uns mitten in der sanften Wiesenlandschaft der Ruhraue. Nach einigen Kilometern stoppen wir an der Zeche Nachtigall, die das erste »schwarze Gold« aus dem benachbarten Muttental förderte. In den kommenden Tagen werden wir weitere Zeitreisen in die deutsche Industriegeschichte unternehmen: in der Zeche Zollverein, im Gasometer und im Landschaftspark Duisburg-Nord.

Von der Ruhr grüßen einige Kanufahrer herüber. Wir müssen schmunzeln, als wir einen rüstigen Rentner überholen: Aufrecht auf seinem traditionellen Drahtesel sitzend, hört er der Fußballübertragung aus seinem Kofferradio zu. Dieses fährt er in seinem Fahrradkorb spazieren. Eine Dame, der wir begegnen, hat den Platz für ihren kleinen Hund reserviert. Der Baldeney-See ist voller Tretboote. Später beobachten wir am Rhein-Herne-Kanal, wie mutige Jungs von der hohen Brücke springen. Die dort badenden Mädchen zeigen sich beeindruckt. Nicht nur die Luft ist hier wieder sauber, sondern auch das Wasser.

In Essen-Katernberg möchten wir der Ditib Fatih Moschee einen Besuch abstatten. Wir sind überrascht, zuerst auf einen angebauten, türkischen Supermarkt zu stoßen. Drinnen eröffnet sich dann ein prächtiger, moderner Sakralbau. Die Handwerker und Künstler seien aus seinem Heimatland, der Türkei, geholt worden, erklärt uns unser sympathischer Führer stolz in bestem Deutsch. 30 Jahre Arbeit in der benachbarten Zeche liegen hinter ihm. Später lädt er uns auf einen Tee ein.

Zum Ruhrgebiet gehört die Currywurst: Am Biker-Treff in der Nähe des Baldeney-Sees lässt sich die Wurst mit »Pommes rot-weiß« inmitten zahlreicher Motorrad-Freaks besonders authentisch verspeisen. Abends genießen wir die Kochkunst von Dirk Hüttenmeyer. Er führt das Restaurant im modernen Hotel Margarethenhöhe, welches in einem Gebäude der wunderschönen Jugendstil-Gartenstadt untergebracht ist. Zum Abschied verrät er uns sogar das Rezept seiner köstlichen Sesamvinaigrette. So nehmen wir ein Stück Erinnerung an unsere erlebnisreichen Tage im »Pott« mit nach Hause.




... zurück zur Tourbeschreibung