Beginenhöfe

Gegen Ende des 12. Jahrhunderts entstanden um Lüttich die ersten Beginenhöfe. In der Zeit der Kreuzzüge waren viele Männer ins Heilige Land gezogen. Auf der Suche nach Halt und Unterstützung gründeten gleichgesinnte Geschlechtsgenossinnen christliche Lebensgemeinschaften. Diese waren vom Glauben geprägt, aber nicht so streng wie im Kloster. Zwar gehörten Gebete zum festen Bestandteil des Tagesablaufs, jedoch mussten die Beginen keine Gelübde leisten, außer dem der Keuschheit. Sowohl arme und reiche Damen fanden Zuflucht in der Gemeinschaft. Ein Austritt war jederzeit möglich.

Aufbau eines Beginenhofes

Ursprünglich siedelten sich die Gemeinschaften in der Nähe von Klöstern an und mieteten dort Wohnungen. Später errichtete man Mauern und Wassergräben, die die Beginenhöfe klar von der Stadt abgrenzten. Typisch sind die von kleinen Wohnhäusern umgebenen Innenhöfe. Diese wurden häufig für Nutz- oder Ziergärten oder als Grünflächen genutzt. Oftmals findet man religiöse Sprüche, Heiligenbilder oder Namen Schutzheiliger in den Giebeln der Häuser.

Beginenhöfe heute

Nachdem 2013 die letzte Begine verstarb, endete eine 800 jährige Tradition. Daher leben heute vor allem ältere Leute, Künstler oder Studenten in den restaurierten Höfen. Die meisten Beginenhöfe befinden sich in Belgien. Es existieren noch rund 30 flämische Beginenhöfe. Die Beginenhöfe der Städte Brügge, Dendermonde, Gent und Mechelen wurden von der UNESCO in ihre Liste „Weltkulturerbe“ aufgenommen. Aufgrund der weiß gekalkten Mauern und dem und verträumten Klostergarten gilt der Beginenhof in Brügge als einer der schönsten. Daher ist er ein attraktives Ziel für Touristen. Heute bewohnen Schwestern des Benediktinerordens den 1245 gegründeten Hof.