Belgische Küche

Ein Fest für die Sinne

Eine Eigenschaft, die alle Belgier eint, ist die Vorliebe fürs Essen und Trinken. Die verschiedenen Europäer, die im Laufe der Jahrhunderte das Land beherrschten, hinterließen auch hier ihre Spuren. Jede Stadt verfügt über einen bunten Wochenmarkt, der ein kleines Fest für die Sinne verspricht: Neben den appetitlich arrangierten Waren wie Obst, Gemüse, Blumen, Fisch, Fleisch, Käse usw. betört einen der Duft von frischen Waffeln und die verlockenden Gerüche von gebackenem Fisch und Hot Dogs mit Sauerkraut.

Belgisches Bier und Hapjes

Die Einheimischen (besonders die Frauen) treffen sich am Markttag nach dem Einkauf gegen Mittag gerne im Café zum kleinen Plausch beim Bier, dem belgischen „Nationalgetränk“. Die mehr als 500 verschiedenen Sorten werden frisch gezapft oder mit passendem Glas aus der Flasche serviert, dazu bekommt man Schälchen mit Nüssen. Als kleinen Snack zum Bier kann man auch Hapjes bestellen (z. B. Käsewürfel mit Senf, Bitterballen etc.).

Die typische Frituur Belgiens

Eine typisch belgische Einrichtung ist die Frituur (Frittenbude), die sich in fast jedem Ort befindet. Zu den knusprigen, doppelt frittierten Kartoffelstäbchen wählt man eine von vielen, ganz unterschiedlichen Soßen. Würste, Burger, Fleisch u. ä. gibt es in großer Auswahl dazu. Eine beliebte Alternative sind Sandwiches. Warm und kalt belegt, gibt es sie in zahlreichen Varianten (z. B. mit Garnelensalat, Thunfisch oder Huhn mit Curry).

Waffeln und Pralinen zum Nachmittag

Nachmittags kann man sich in gemütlichen Cafés an Waffeln und Kuchen aller Art ergötzen. Zum Kaffee schmecken auch die weltberühmten belgischen Schokoladen und Pralinen, die man in jeder Stadt bis hin zu edelsten Konfektkreationen in feinen Konfiserien erstehen kann.

Abends nutzt man die vielfältige Küche – für jeden ist etwas dabei

Neben der europaweit üblichen internationalen Küche (Italiener, Türken, Griechen, Chinesen, Inder etc.) kann man abends in den Städten in stilvollen Restaurants die belgische Küche entdecken. Romanisches und germanisches Kulturgut harmonieren hier aufs Beste miteinander. Die Palette reicht von frischem Fisch und Meeresfrüchten bis hin zu Wild und Schinken aus den Ardennen. Berühmt sind Mosselen (Muscheln), die traditionell mit Fritten und Mayonnaise gegessen werden. Die kleinen, grauen Nordseekrabben werden als köstliche Garnaalkroketten oder als Tomates crevettes serviert. Zur Zubereitung des Stoofvlees (eine Art Gulasch) – ebenfalls mit Fritten serviert – verwendet man Bier.

Witloof, Waterzooi und andere Spezialitäten

Das belgische „Nationalgemüse“ ist Witloof (Chicorée) in zahlreichen Varianten. Zudem lieben die Flamen ihre Waterzooi (Wassersuppe), eine kräftige Suppe mit Fisch oder Huhn und frischem Gemüse, Kartoffeln, Sahne und mit Weißwein verfeinert. Außerdem sollte man eine der mehr als 200 Käsesorten probieren. Dazu hat noch jede Region eigene lokale süße oder salzige Spezialitäten anzubieten – in fester oder flüssiger Form.