Camargue

Entstehung

Die Camargue ist ein gut 930 Quadratkilometer großes Naturschutzgebiet in Südfrankreich und damit etwas größer als Berlin.
Dieses Sumpfgebiet liegt zwischen den beiden Armen der Rhône, welche sich kurz hinter Arles in die Rhône und die Petite Rhône teilt und ist durch das Wechselspiel zwischen den Flüssen und dem Meer entstanden. Schwemmmaterial wie Geröll, Steine und Erde wurden bis in das Rhônedelta mitgeschwemmt und sammelte sich dort an.
Durch Ebbe und Flut standen jedoch häufig weite Gebiete der Camargue unter Wasser, bevor mehrere Deiche gebaut und die Naturgewalten in kontrollierte Bahnen gelenkt wurden.

Landwirtschaft in der Camargue

Grundsätzlich lässt sich dieser Landstrich in drei Zonen gliedern. Die obere Camargue, nahe der beiden Mündungsarme, ist die landwirtschaftlich genutzte Zone. Das hier abgelagerte, feine Schwemmland biete beste Voraussetzungen für den Ackerbau. Hier wird neben Reis auch Getreide, Wein, Obst und Gemüse angebaut. Der Bau vieler Kanäle zur Entwässerung hat jedoch auch dazu geführt, dass das Gleichgewicht zwischen Fluss und Meer aus der Balance geraten ist. Regelmäßige Überschwemmungen hatten zuvor dafür für Bewässerung gesorgt. Ohne künstliche Bewässerung würde der Boden durch das Verdunsten des Salzwassers versalzen. Der Reisanbau, welcher zunächst nur dafür gedacht war, um dem Boden Salz zu entziehen, hat Arles den Spitznamen „europäische Reis-Hauptstadt“ gebracht.

Fauna und Flora der Camargue

Die einzigartigen äußeren Bedingungen führen dazu, dass sich in der Camargue eine Vielzahl unterschiedlicher Säugetiere, Fischen und vor allem Vögel ansiedeln.
Man schätzt, dass sich bis zu 356 verschiedene Vogelarten in der Camargue befinden. Da viele dieser Arten Zugvögel sind, halten sie sich jedoch nicht das ganze Jahr über dort auf. Berühmt ist die Camargue für die zahlreichen Flamingoschwärme, welche sich in den flachen Salzseen aufhalten. Dort finden sie reichlich Salzkrebse. Neben den Flamingos zählen die weißen Pferde und schwarzen Stiere zu den Wahrzeichen der Camargue. Die heutigen frei herumlaufenden weißen Pferde und Rinder sind allerdings keine Wildtiere mehr, sondern werden in der für die Region typischen Weideform gehalten. Das Camargue Rind hat für die Bevölkerung zweierlei Bedeutung – zum einen als Vorzeigeexemplar beim Stierkampf, zum anderen als Fleischlieferant

Nationalpark der Camargue

Die dritte Zone ist der seit 1970 bestehende Nationalpark „Park Naturel Régional de Camargue“. Die Aufgabe dieses Nationalparks ist es, ein Gleichgewicht zwischen den Bedürfnissen der Menschen und denen der Natur zu finden. Dies beinhaltet neben dem Schutz von Fauna, Flora und Landschaften auch die Kontrolle des Tourismus und die Hilfestellung für die Bewohner der Camargue.

Während die Einwohner früher fast ausschließlich vom Fischfang lebten überwiegen heute der Tourismus und die Salzgewinnung. Das hier gewonnene, berühmte Fleur de Sel wird vielfach in der französischen und internationelen Küche verwendet.