Chenonceau

Chenonceau und Bohier

Das Château de Chenonceau, auch „Schloss der Damen“ genannt, ist eines der beeindruckendsten Bauten an der Loire. Es wurde von Thomas Bohier zwischen 1513 und 1521 erbaut, nachdem dieser nach und nach das Grundstück von den Herren von Marques gekauft hatte. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich auf dem Gut eine Mühle sowie eine Burg. Bohier ließ alle alten Gebäude abreißen und verschonte lediglich den Wohnturm

Da er in seinem Amt als königlicher Finanzsekretär von Franz I jedoch viel auf Reisen war, kümmerte sich seine Frau, Catherine Briçonnet um den Ausbau des Schlosses.

Nach dem Tod von Thomas Bohier in 1524 und dem seiner Frau in 1526 fiel das Schloss an Anoine Bohier. Dieser wiederum verkaufte das Anwesen an Franz I, um die Schulden seines Vaters zu tilgen.

Chenonceau und Diana von Poitiers

Über Umwege geriet das Schloss von Franz I an seinen Nachfolger Heinrich II, welcher das Château de Chenonceau seiner Maitresse Diana von Poitiers schenkte.
Diana von Poitiers, eine begeisterte Jägerin, ließ eine erste Brücke über den Cher bauen, um schneller und leichter in die angrenzenden Wälder zu gelangen. Zudem richtete sie die umliegenden Gärten ein.

Chenonceau und Katharina von Medici

Nach dem Tod von Heinrich II kam Katharina von Medici an die Macht, welche schon länger ein Auge auf Chenonceau geworfen hatte. Um sich an ihrer Konkurrentin zu rächen, zwang sie Diana, Chenonceau gegen das Schloss von Chaumont zu tauschen.
In den folgenden Jahren veranstaltete Katharina de Medici ausschweifende Feste, inklusive Maskenbälle, Feuerwerke und Schlachten auf dem Cher. Des Weiteren ließ sie auf der Brücke über den Fluss eine zweigeschossige Galerie errichten und einen weiteren Garten anlegen.

De Medici überließ das Schloss ihrer Schwiegertochter, Louise von Lothringen. Diese zog sich nach dem Tod ihres Mannes hierher zurück und um zu trauern.

Chenonceau und Dupin

Erst Mitte des 18. Jahrhundert wurde Chenonceau wieder bedeutend, nachdem Claude Dupin das Anwesen erwarb. Seine Frau Louise veranstaltet literarische und philosophische Salons und beschäftigte zudem Jean-Jacques Rousseau als Sekretär und Privatlehrer ihres Sohnes.

1913 erwarb Henri Menier das Anwesen und es ist bis heute im Besitz der Familie Menier

Erster und Zweiter Weltkrieg

Während des Ersten Weltkrieges wurde die Galerie als Lazarett umfunktioniert und auch der Zweite Weltkrieg hatte Auswirkungen auf Chenonceau. Da die Demarkationslinie entlang des Cher verlief, lag ein Teil des Gebäudes auf besetztem Gebiet, während der andere Teil im freien Gebiet lag.

Chenonceau Heute

Heutzutage beheimatet das Schloss von Chenonceau zwei Museen und eine Kunstgalerie sowie ein Wachsfigurenkabinett. Zudem werden in der Galierie während der Sommermonate regelmäßige Ausstellungen zeitgenössischer Kunst gezeigt.

Mit 800.000 Besuchern jährlich ist lediglich das Schloss von Versailles in Frankreich noch besser besucht