Term:Leielandschaft

Die Leielandschaft

Die Leielandschaft erhält ihren Namen durch den Fluss Leie (franz. Lys). Dieser ist 177 km lang, entspringt in Frankreich und mündet in Gent in die Schelde. Der westflämische Teil des Flusses ist kanalisiert.

In ihrem reizvollsten Abschnitt zwischen Gent und Deinze in Ostflandern zieht sich die Leie in leichten Mäandern durch eine harmonische Landschaft mit kleinen, alten Bauernhöfen, mondänen Villen unterschiedlicher Architekturstile, Obstgärten, Buchenalleen, Kopfweiden und saftigen Wiesen.

Mit dem Rad folgt man alten Treidelpfaden und genießt die Atmosphäre des ruhigen Flüsschens, an dessen Ufern kleine Boote festgemacht sind.

Das Wasserschloss Ooidonk

Das mit Zwiebeltürmchen versehene Wasserschloss Ooidonk (Kasteel von Ooidonk, 13.-16. Jh.) zeigt eine reizvolle Mischung aus spätgotischen und Renaissance-Elementen und liegt inmitten seines Parks in der Nähe von Bachte-Maria-Leerne. Der Name leitet sich möglicherweise aus den Worten hoog (= hoch) und donk (= Sumpf) ab.

Im 19. Jh. versuchten zwei französische Architekten, ihm bei einer Restaurierung das Aussehen eines kleinen Loireschlosses zu geben.

Bis heute in Privatbesitz, gehörte das Schloss einst den Grafen von Hoorn: Einer von ihnen wurde gemeinsam mit dem Grafen von Egmont in Brüssel 1568 wegen Widerstands gegen die spanischen Besatzung enthauptet.

St. Martens-Latem und Deurle

Ende des 19. Jh. ließen sich in der Idylle der Leiegegend einige, dem Impressionismus zugetane Künstler zu ihren Werken inspirieren und gründeten rund um das Örtchen Sint-Martens-Latem eine Künstlerkolonie. Zur zweiten Generation, die hier arbeitete, gehören u. a. bekannte flämische Expressionisten wie Constant Permeke, Gustaaf und Leon de Smet, Malfait und Frits van den Berghe.

Drei kleine Museen im Orsteil Deurle sind ihnen gewidmet: das Museum der Stiftung J. Dhondt-Dhaenens, das Museum Leon de Smet und das Museum Gustaaf de Smet. Seit einigen Jahrzehnten haben auch die Genter den Vorzug der ländlichen Abgeschiedenheit erkannt, so dass St. Martens-Latem und Deurle zu kleinen, noblen Villenvororten mit Golfplatz und gehobener Gastronomie geworden sind.