Pont du Gard

Pont du Gard Nutzung

Kurz vor dem kleinen Dörfchen Remoulins am Fluss Gard, welcher dem Département Gard seinen Namen verliehen hat, liegt der Pont du Gard. Der Pont du Gard ist das älteste, besterhaltenste Teilstück einer Wasserleitung. Diese Wasserleitung versorgte die Stadt Nîmes mit frischem Wasser aus der Quelle der Eure. Die Luftlinie zwischen Quelle und Nîmes beträgt zwar lediglich 20 Kilometer, dennoch hatte die Wasserleitung einst eine Länge von insgesamt 50 Kilometern. Dies hängt mit dem Ausläufern der Cevennen zusammen, welche einige Umwege notwendig machten.

Pont du Gard Konstruktion

Erbaut wurde der Pont du Gard um 19 v.Chr. von Agrippa, einem Schwiegersohn von Augustus. Insgesamt betrug die Bauzeit für die gesamte Wasserleitung 15 Jahre. 5 Jahre dauerte der Bau der Brücke.

Ungeklärt ist immer noch, wie die Erbauer das Gefälle der Wasserleitung so exakt berechnen und umsetzen konnten. Der Höhenunterschied zwischen der Quelle in der Nähe von Uzès und dem Verteiler in Nîmes beträgt lediglich 17 Meter. Dies bedeutet einen Höhenunterschied von 34 Zentimetern pro Kilometer der Wasserleitung. Hinzu kommt, dass die Neigung in den Kurven geringer ausfallen musste, da der Wasserdruck von täglich geschätzt 20.000 Kubikmetern das Bauwerk ansonsten zum Einsturz gebracht hätte.

Der Pont du Gard hat eine Gesamthöhe von 50m über dem Niedrigstwasserstand und besteht aus 3 Etagen. Die unterste Etage besteht aus 6 Bögen mit einer Höhe von 22m, einer Breite von 6m und einer Länge von 142m. Die mittlere Etage hat 11 Bögen mit unterschiedlicher Breite. Die mittleren Bögen sind am breitesten und nehmen nach außen hin an Breite ab. Diese Etage ist 20m hoch, 4m breit und 242m lang. Die untere und mittlere Etage sind jeweils mörtellos aus 6t schweren Steinblöcken erbaut, die in einem nahegelegenen Steinbruch gewonnen wurden.
Die oberste Etage auf der sich auch der Wasserleitungskanal befindet hat 35 Bögen, ist 7m hoch, 3m breit und 275m lang. Mit diesen enormen Maßen ist der Pont du Gard das größte römische Aquädukt.

Der Pont du Gard ist jedoch nicht nur ein Aquädukt, welches Nîmes mit frischem Wasser versorgen sollte. Vielmehr war es ein politisches Statement, welches den unterworfenen Galliern die unumstrittene Überlegenheit der römischen Kultur deutlich machen sollte.

Pont du Gard Heute

Im 19. Jahrhundert gab es aufgrund einer Wasserknappheit in Nîmes die Überlegung, Wasserleitung und Pont du Gard wieder in Betrieb zu nehmen. Diese Überlegungen wurden jedoch nie umgesetzt. Heutzutage ist der Pont du Gard ein Touristenmagnet welcher jährlich tausende Besucher anzieht.