Term:Stadtrundgang durch Antwerpen

Die siebenschiffige Liebfrauenkathdrale

Wir beginnen den Stadtrundgang durch Antwerpen an der siebenschiffigen Liebfrauenkathedrale (Onze Lieve-Vrouwekerk).

Ursprünglich befand sich im 12. Jh. an dieser Stelle eine romanische Basilika. Die heutige Kirche wurde von 1352 bis 1521 im Stil der Brabanter Gotik erbaut und ist die größte gotische Kathedrale Belgiens. Ihr 123 m (622 Stufen) hoher Turm gilt als Wahrzeichen der Stadt. Als einziger der ursprünglich fünf geplanten Türme, wurde er fertig gestellt.

Brände, Bilderstürmer und plündernde napoleonische Soldaten verwüsteten immer wieder Teile des Baus und der Innenausstattung – inzwischen konnten jedoch zahlreiche Kunstschätze wiederbeschafft werden. Die berühmtesten unter ihnen sind drei große Bilder von Rubens: die „Kreuzaufrichtung“, die „Kreuzabnahme“ und „Maria Himmelfahrt“.

Wie Antwerpen zu seinem Namen kam – ein Stopp auf dem Grote Markt

Vorbei an den, vor allem bei japanischen Besuchern beliebten, Figuren von Nello und seinem kleinen Hund Patrasche gelangen Sie durch die Maalderijstraat zum weitläufigen Marktplatz (Grote Markt). Er wird von sehenswerten historischen Zunft- und Gildehäusern gerahmt. Einige stammen aus dem 16. Jh., andere wurden nach alten Plänen neu errichtet. Das Haus der Böttcher (Nr.5), der Armbrustschützen (Nr.7) oder das der Krämer (Nr.11) weisen durch ihren Giebelschmuck auf ihre jeweiligen früheren Besitzer hin.

Im Zentrum des Platzes steht der neobarocke Brabobrunnen (1887), der die Legende zur Entstehung der Stadt symbolisiert. Demnach hat der römische Legionär Silvio Brabo den Riesen Antigon bezwungen. Dieser zwang die auf der Schelde vorbei fahrenden Schiffer ihm einen Zoll zu zahlen. Konnten oder wollten diese nicht zahlen, hackte der Riese ihnen eine Hand ab und warf sie in den Fluss. Gleiches tat Brabo, nachdem er den Riesen besiegt hatte. Aus dem „Hand werfen“ entstand angeblich der Name Antwerpen.

Das wunderschöne Stadhuis

Das Rathaus (Stadhuis) wurde von 1561-1665 im Stil der flämischen Renaissance erbaut und im 19. Jh. umgestaltet. Früher dienten die Arkaden im Erdgeschoss als überdachter Marktplatz. Innen befinden sich Wandgemälde mit Themen aus der Stadtgeschichte.

Die Schelde

Über die Suikerrui kommen Sie zu einer Aussichtsplattform an der Schelde. Von dort aus haben Sie einen guten Blick über die hier 500 m breite Schelde, das andere Flussufer und den flussabwärts sich bis zum Horizont ziehenden Hafenanlagen.

Der neben der Plattform liegende Steen gilt als ältestes Gebäude der Stadt. Die Burg wurde bereits im 9 Jh. durch die Normannen zerstört und im 13. Jh. wieder aufgebaut. Unter Karl V. wurde sie umgestaltet und diente anschließend als Gefängnis und Sitz des Inquisitionsgerichts. 1864 zog das nationale Schifffahrtsmuseum ein. Diese Sammlung ist inzwischen in das MAS (Museum am Strom) umgezogen und der Steen wird aufwendig restauriert.

Über das Vleeshuis zurück zum Grote Markt

Überqueren Sie den Ernest van Dijckkaai, kommen Sie durch die Vleeshuisstraat zum gleichnamigen Vleeshuis (Fleischhalle). Es stammt aus dem 16. Jh. und wurde vom Stadtarchitekten Hermann Waghemakere als Fleischhalle und Zunfthaus erbaut. Geschlachtet wurde zur damaligen Zeit noch auf der Straße. Im Gebäude befanden sich aber die Verkaufsstände sowie auf der oberen Etage der Versammlungsaal der Zunft. Der auffallende Wechsel zwischen rotem Backstein und hellen Sandstein erinnert passend an Speckschichten. Vom Vleeshuis führt die Braderijstraat zurück zum Grote Markt.

Weitere Sehenswürdigkeiten

  • Zu den wichtigsten Museen Antwerpens zählt das königliche Museum der schönen Künste. Es beherbergt über 1.000 Werke alter Meister und ca. 1.500 moderne Bilder.
  • Das Rubenshaus an der Wapper liegt nahe der belebten Einkaufsstraße Meir. Hier ließ Peter Paul Rubens 1610 sein Wohn- und Atelierhaus im Stil eines italienischen Palazzos errichten. Die (rekonstruierte) Residenz bewohnte der „Malerfürst“ bis zu seinem Tode 1640. Im rechten Teil des Hauses führte er eine große Werkstatt mit zahlreichen Schülern, Gesellen und Malern, zudem betätigte er sich als Kunstsammler und -händler. Aus der Entstehungszeit stammen der reich verzierte Portikus des Innenhofs und der Pavillon im Garten.
  • Im Museum Mayer-van-den-Bergh findet man eine der bedeutendsten Gemäldesammlungen des Landes.
  • Im Platin-Moretus-Museum, einem prächtigen Patrizierhaus aus der Renaissance, kann man sich in der Werkstatt des Buchdruckers Platin aus dem 16. Jh. in die Kunst des Druckereihandwerks einführen lassen.
  • Beim Museum Rochoxhuis handelt es sich um das restaurierte Patrizierwohnhaus des Bürgermeisters Rockox, welcher ein Freund und Gönner des Malers Rubens war. Die geschmackvoll eingerichteten Zimmer beherbergen verschiedene Kunstwerke, u. a. auch Werke Rubens.
  • Im modernen Bau des 2011 eröffneten MAS – Museum aan de Stroom (dt.: Museum am Fluss) sind die Sammlungen vom Nationalen Schifffahrtsmuseum, Ethnografischem Museum und dem Volkskundemuseum ausgestellt. Die atemberaubende Aussicht vom Panoramadach (kostenfrei) sollten Sie sich keinesfalls entgehen lassen!

Weitere erwähnenswerte Kirchen sind

  • die St. Karl Borromäus-Kirche aus der Barockzeit (nach Entwürfen von Rubens)
  • die St. Jakob-Kirche, in der der Maler begraben ist.

Nach dem Stadtbummel die regionalen Köstlichkeiten probieren

Ein attraktives Kneipen- und Restaurantviertel befindet sich zwischen Schelde und Nationalestraat südlich des Schoenmarkts. Die Boutiquen der teils weltberühmten Antwerpener Modemacher findet man im Viertel um die Nationalestraat, Sint Antoniusstraat und Kammenstraat.

Wer einen urigen und turbulenten Markt erleben möchte, sollte sonntags (08.00-13.00 Uhr) den großen Vogelmarkt auf dem Theaterplein besuchen. Freitags (09.00-13.00 Uhr) gibt es einen Secondhandmarkt auf dem Vrijdagmarkt.

Die Leopoldstraat und der Mechelse Steenweg werden auch die „Antwerpener Antiquitätenmeile“ genannt. Jeden Samstag findet am Lijnwaadmarkt und jeden Sonntag am St. Jansvliet (von Ostern bis Oktober) ein Antiquitätenmarkt statt (jeweils 09.00-17.00 Uhr).